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Finanzen

Heizkosten sparen: Was jede Maßnahme wirklich bringt

Heizkosten sparen mit belegten Zahlen: Tabelle mit Wirkung und Euro je Maßnahme, Heizung richtig einstellen, passende Temperatur und was zur Miete geht.

Veröffentlicht am 03.11.2026 · 8 Min. Lesezeit · Rene Graf

Kurz gesagt

Jedes Grad weniger spart laut Verbraucherzentrale und co2online rund 6 Prozent Heizenergie, bei durchschnittlich 1.170 € Gaskosten für 70 m² (Heizspiegel 2026) sind das nach eigener Rechnung etwa 70 € im Jahr. Die richtige Einstellung der Heizung bringt laut Verbraucherzentrale 10 bis 15 Prozent, programmierbare Thermostate laut Umweltbundesamt etwa 10 Prozent. Die Werte sind Richtgrößen und lassen sich nicht addieren. Unter 16 Grad sollte kein Raum fallen, sonst droht Schimmel.

Inhalt

Am schnellsten sparst du Heizkosten, wenn du die Raumtemperatur senkst: Jedes Grad weniger spart laut Verbraucherzentrale und co2online rund 6 Prozent Heizenergie. Bei einer 70-m²-Wohnung mit Gas und durchschnittlichen Kosten von 1.170 € im Jahr sind das nach unserer Rechnung etwa 70 €. Mehr bringen oft eine bessere Einstellung der Heizung (10 bis 15 Prozent) oder eine Zeitsteuerung am Thermostat (etwa 10 Prozent). Die Werte sind Richtgrößen und lassen sich nicht einfach addieren.

Du bekommst hier keine Liste mit 50 Tipps, sondern das, wofür es eine Zahl aus einer belastbaren Quelle gibt. Wo keine existiert, steht das auch so da.

Wie hoch sind die Heizkosten im Schnitt?

Der Heizspiegel 2026 von co2online, herausgegeben mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund, rechnet mit einer 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus:

EnergieträgerAbrechnungsjahr 2025Veränderung zu 2024Prognose 2026
Erdgas1.170 €+14 %1.120 €
Heizöl1.030 €0 %1.275 €
Fernwärme1.295 €+6 %1.310 €
Wärmepumpe715 €+5 %735 €
Holzpellets735 €+20 %860 €

Quelle: co2online, Pressemitteilung vom 22.09.2026. Die Prognose für 2026 ist eine Schätzung und keine Abrechnung.

Im Schnitt lassen sich in einer Wohnung laut co2online etwa 465 € im Jahr einsparen. Für 70-m²-Wohnungen nach Energieträger nennt die Pressemitteilung keinen eigenen Wert. Ob du viel oder wenig zahlst, siehst du am besten im Vergleich deiner eigenen Abrechnung mit dem Heizspiegel.

Was bringt welche Maßnahme?

Die Tabelle zeigt die Wirkung laut Quelle. Die Spalte mit den Euro ist unsere eigene Überschlagsrechnung auf Basis von 1.170 € pro Jahr (70 m², Gas, siehe oben). Sie gilt nur für Prozentwerte, die sich auf die gesamten Heizkosten oder die Heizenergie beziehen.

MaßnahmeWirkung laut QuelleEigene RechnungWer kann es?Kosten laut Quelle
Raumtemperatur 1 Grad senkenetwa 6 % Heizenergie (Verbraucherzentrale, co2online)etwa 70 €alle0 €
Heizung richtig einstellen (Zeiten, Absenkung, Heizkurve)10 bis 15 % Energie (Verbraucherzentrale)etwa 117 bis 176 €Eigentümer, Fachbetriebnicht beziffert
Programmierbare Thermostateetwa 10 % Energie (UBA)etwa 117 €alle, zur Miete das alte Teil aufhebenab rund 10 € pro Stück
Hydraulischer Abgleichbis zu 5 % der Heizkosten (Verbraucherzentrale)bis etwa 59 €Eigentümer, Fachbetriebnicht beziffert
Heizkurve optimierenetwa 5 % (Verbraucherzentrale)etwa 59 €Fachbetriebnicht beziffert
Nachtabsenkung im Einfamilienhaus5 bis 12 % Heizenergie (Verbraucherzentrale)nicht übertragbar, Wert gilt fürs EinfamilienhausHauseigentümermeist 0 €
Zugige Fenster abdichtenetwa 13 € pro Fenster und Jahr im Beispiel (co2online, 130 m², Gas)kein eigener Wertalle, sonst Vermieter fragenetwa 5 € pro Fenster
Heizungsrohre dämmenbis zu 10 € pro Meter und Jahr (Verbraucherzentrale)kein eigener WertEigentümer, selbst machbar5 bis 10 € pro Meter
Rollläden nachts schließenetwa 20 % weniger Wärmeverlust übers Fenster (UBA)nicht umrechenbaralle mit Rollläden0 €
Heizungspumpe tauschenbis zu 120 € Strom im Jahr (Verbraucherzentrale)kein eigener WertEigentümer, Fachbetriebnicht beziffert
Rollladenkasten dämmenbis zu 10 € pro m² und Jahr (Verbraucherzentrale)kein eigener WertEigentümer, Mieter nach Absprache30 bis 40 € pro Meter
Heizkörpernische dämmenbis zu 30 € Verlust pro m² Nische und Jahr (Verbraucherzentrale)kein eigener WertEigentümer15 bis 25 € pro m²

So liest du die Tabelle richtig:

  • Nicht zusammenzählen. Wer die Temperatur senkt und zusätzlich Thermostate einbaut, spart die zwei Werte nicht einfach als Summe. Die Maßnahmen überschneiden sich.
  • 6 Prozent sind eine Faustregel. co2online sagt das ausdrücklich: Die Ersparnis hängt von Gebäude, Heizsystem und Energiepreis ab. Im Mehrfamilienhaus fällt der Spareffekt der Absenkung am Thermostat laut Verbraucherzentrale wegen des unterschiedlichen Nutzerverhaltens geringer aus, deine Heizkosten sinken aber trotzdem.
  • Quellen sind nicht immer einig. Beim Rohre-Dämmen nennt die Verbraucherzentrale einmal bis zu 10 € pro Meter, an anderer Stelle mehrere Euro.

Welche Temperatur ist die richtige?

Hier widersprechen sich sogar die Empfehlungen seriöser Stellen.

RaumUmweltbundesamt (2023)Verbraucherzentrale (2026)Deutscher Mieterbund (2025)
Wohnzimmerhöchstens 20 °C20 °C20 °C
Küche18 °Ckeine Angabe20 °C
Schlafzimmer17 °C18 °Cnachts 14 °C
Badkeine Angabekeine Angabe21 °C
Wenig genutzte Räumekeine Angabe16 °Ckeine Angabe
Mehrere Tage weg15 °Ckeine Angabekeine Angabe

Die 14 Grad nachts im Schlafzimmer sind der Ausreißer. Die Verbraucherzentrale warnt, unter 16 Grad zu gehen, weil dann Schimmel droht. Wer auf Nummer sicher gehen will, hält sich also an die 16 Grad als Untergrenze und misst die Luftfeuchte mit. Was die Werte bedeuten, steht in Richtig lüften gegen Schimmel.

Das Thermostat zeigt übrigens keine Heizleistung, sondern eine Zieltemperatur. Laut Verbraucherzentrale steht jede Stufe für etwa 4 Grad mehr. Das sind Richtwerte, je nach Modell weicht die Skala ab.

Stufeungefähre Temperatur
112 °C
216 °C
320 °C
424 °C
528 °C

Stufe 5 macht den Raum also nicht schneller warm, er wird nur am Ende wärmer als geplant. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu trocken: Das funktioniert nicht.

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Heizung ausschalten, wenn du weg bist?

Herunterdrehen ja, ganz aus lieber nicht. Die Verbraucherzentrale warnt: Bei ganz abgeschalteter Heizung kühlen die Innenwände aus und das Schimmelrisiko steigt. Der Mieterbund rät ebenfalls, die Heizung tagsüber nicht ganz abzustellen.

Praktische Werte vom UBA:

  • Ein paar Stunden weg oder nachts: auf etwa 18 °C absenken.
  • Wenige Tage weg: 15 °C.
  • Länger weg: noch etwas darunter.

Drei Ausnahmen nennt die Verbraucherzentrale:

  • Wärmepumpe: Sie läuft bei konstanter Temperatur häufig effizienter.
  • Fußboden- oder Wandheizung: Die Systeme reagieren träge, Nachtabsenkung bringt hier weniger.
  • Programmierbare Thermostate: Wenn sie lange vorheizen, sparen sie kaum etwas. Dann kann Abdrehen von Hand mehr bringen.

Die zentrale Nachtabsenkung am Kessel ist im Mehrfamilienhaus laut Verbraucherzentrale meist rechtlich nicht drin, weil Wohnungen jederzeit beheizbar sein müssen. Der Mieterbund nennt zwischen 6 und 24 Uhr mindestens 20 bis 22 Grad als angemessen und nachts etwa 18 Grad. Das ist der Rahmen, den die Anlage ermöglichen muss. Du selbst musst diese Temperaturen nicht einstellen, eine allgemeine Heizpflicht gibt es laut Mieterbund nicht. Die Räume dürfen nur nicht so auskühlen, dass Schäden entstehen.

Was kannst du zur Miete tun, und was nicht?

Zur Miete hast du weniger Hebel, aber nicht keine.

Kannst du selbst:

  • Temperatur senken, nachts und bei Abwesenheit herunterdrehen
  • Stoßlüften statt Kippen, die Thermostate beim Lüften zudrehen
  • Rollläden nachts schließen und Vorhänge oberhalb des Heizkörpers enden lassen
  • Heizkörper freihalten: Die Verbraucherzentrale nennt mindestens 30 cm Abstand für Sofas und Schränke und rät von Verkleidungen ab
  • Thermostat tauschen: Laut Verbraucherzentrale darfst du das, heb das alte aber für den Auszug auf
  • Undichte Fenster prüfen: Ein Blatt Papier zwischen Rahmen und Flügel klemmen. Lässt es sich bei geschlossenem Fenster herausziehen, ist die Stelle undicht

Sprich die Vermietung an:

  • Heizkörper werden oben nicht warm oder gluckern: Luft im System, siehe Heizung entlüften
  • Altes Handventil ohne Skala: Laut Verbraucherzentrale kannst du den Austausch verlangen
  • Einzelne Räume werden nicht warm, andere zu heiß: Hier hilft eventuell ein hydraulischer Abgleich
  • Fenster sind trotz neuer Dichtung zugig

Ein häufiger Denkfehler ist die Kippstellung: Sie ist kein sanftes Lüften. Der Mieterverein zu Hamburg schreibt, sie führe nur zur Auskühlung, der Mieterbund nennt sie schlicht wirkungslos.

Was bringt am meisten beim Warmwasser?

Warmwasser läuft oft über dieselbe Abrechnung, und da sitzt ein großer Hebel. co2online rechnet für einen Sparduschkopf im Drei-Personen-Haushalt mit rund 335 € im Jahr. Die Stiftung Warentest kommt für gute Modelle auf bis zu 345 € pro Person. Beides sind Beispielrechnungen mit großzügigen Annahmen. In Wasser sparen im Haushalt findest du eine vorsichtigere Rechnung und den Eimertest, mit dem du deinen Duschkopf misst.

Was bringt nichts oder zu wenig?

  • Thermostat auf 5 stellen, damit es schneller geht. Geht nicht schneller.
  • Tagsüber komplett ausschalten und abends hochheizen. Laut Mieterbund ist ständiges Auskühlen und Wiederaufheizen teurer, laut Verbraucherzentrale steigt das Schimmelrisiko.
  • Dauerlüften auf Kipp. Teuer und wirkungslos.
  • Ein einziges Zimmer warm, der Rest eiskalt. Über mehr als 5 Grad Unterschied zwischen den Räumen warnt die Verbraucherzentrale wegen Schimmel. Die Türen zwischen warmen und kalten Räumen sollten zubleiben.

Wie behältst du es im Blick?

Lies im Winter einmal pro Monat den Zähler ab oder schau in die Abrechnung. Ohne Zahl weißt du nicht, ob die Maßnahme gewirkt hat. Die Heizungswartung vor der Heizsaison gehört laut UBA ebenfalls dazu. Solche Termine kannst du in einem Wartungsplan sammeln, und wer die Nebenkosten gleich mit anpacken will, findet Hebel in der Fixkosten-Checkliste.

Quellen

Häufige Fragen

Wie viel spart ein Grad weniger Raumtemperatur?
Rund 6 Prozent Heizenergie, sagen Verbraucherzentrale und co2online. Das ist eine Faustregel, die von Gebäude und Heizsystem abhängt. Bei 1.170 € Jahreskosten für 70 m² mit Gas wären das nach eigener Rechnung etwa 70 €.
Welche Thermostat-Stufe entspricht wie viel Grad?
Laut Verbraucherzentrale ungefähr: Stufe 1 etwa 12 °C, Stufe 2 etwa 16 °C, Stufe 3 etwa 20 °C, Stufe 4 etwa 24 °C und Stufe 5 etwa 28 °C. Eine höhere Stufe heizt nicht schneller, der Raum wird am Ende nur wärmer.
Soll ich die Heizung ausschalten, wenn ich weg bin?
Herunterdrehen ja, ganz ausschalten lieber nicht. Das Umweltbundesamt nennt etwa 18 °C für ein paar Stunden und 15 °C für wenige Tage. Bei ganz abgeschalteter Heizung kühlen die Wände aus und das Schimmelrisiko steigt. Wärmepumpen laufen laut Verbraucherzentrale bei konstanter Temperatur häufig effizienter.
Was kann ich als Mieter gegen hohe Heizkosten tun?
Temperatur senken, nachts und bei Abwesenheit herunterdrehen, stoßlüften statt kippen, Heizkörper freihalten und programmierbare Thermostate nutzen. Das alte Thermostat hebst du für den Auszug auf. Bei Luft im System oder undichten Fenstern sprichst du die Vermietung an.
Wie hoch sind die durchschnittlichen Heizkosten?
Laut Heizspiegel 2026 kostete das Heizen einer 70-m²-Wohnung im Abrechnungsjahr 2025 im Schnitt 1.170 € mit Erdgas, 1.030 € mit Heizöl, 1.295 € mit Fernwärme und 715 € mit Wärmepumpe.

Von Rene Graf

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