Zum Inhalt springen
Finanzen

Was kostet ein Haushalt? Amtliche Zahlen pro Monat

Was kostet ein Haushalt in Deutschland? Amtliche Zahlen pro Monat nach Größe und Posten: 1.918 € allein, 3.382 € zu zweit, plus Anleitung zum Vergleichen.

Veröffentlicht am 30.10.2026 · 7 Min. Lesezeit · Rene Graf

Kurz gesagt

Private Haushalte in Deutschland gaben 2023 im Schnitt 3.032 € im Monat für den Konsum aus, davon 1.137 € (37,5 %) fürs Wohnen und 436 € (14,4 %) für Nahrungsmittel, Getränke und Tabak. Einpersonenhaushalte kamen auf 1.918 €, Zweipersonenhaushalte auf 3.382 € und Vierpersonenhaushalte auf 4.599 €. Das sind Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 des Statistischen Bundesamts mit rund 54.000 Haushalten. Steuern, Versicherungen, Kreditraten und Sparen zählen nicht dazu. Für 2024 nennen die Laufenden Wirtschaftsrechnungen 3.257 €, eine kleinere Erhebung ohne Selbstständige, die sich nicht direkt mit der EVS vergleichen lässt.

Inhalt

Ein Haushalt in Deutschland gibt im Schnitt 3.032 € im Monat für den privaten Konsum aus, davon 1.137 € fürs Wohnen und 436 € für Nahrungsmittel, Getränke und Tabak. Allein sind es 1.918 €, zu zweit 3.382 €, zu viert 4.599 €. Das zeigt die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023 des Statistischen Bundesamts, die neueste Ausgabe dieser Erhebung. Für 2024 nennt Destatis 3.257 €, aus einer anderen, kleineren Erhebung. Die beiden Werte lassen sich nicht direkt vergleichen, die Einordnung steht weiter unten.

Unten findest du die ganze Tabelle und eine Anleitung, mit der du deinen eigenen Haushalt in einer guten Stunde danebenlegst. Vorab: Der Schnitt ist kein Ziel und keine Note. Er sagt dir nur, wo du genauer hinschauen könntest.

Lebenshaltungskosten pro Monat nach Haushaltsgröße

Alle Werte sind Durchschnitte je Haushalt und Monat im Jahr 2023. Die Tabelle ist direkt aus der EVS 2023 übernommen, die Posten sind leicht gekürzt benannt.

PostenAlle Haushalte1 Person2 Personen3 Personen4 Personen5 und mehr
Konsumausgaben gesamt3.032 €1.918 €3.382 €4.081 €4.599 €4.995 €
Wohnen, Energie, Instandhaltung1.137 €817 €1.240 €1.434 €1.582 €1.699 €
Nahrungsmittel, Getränke, Tabak436 €254 €480 €612 €703 €829 €
Verkehr361 €195 €405 €538 €608 €626 €
Freizeit, Sport, Kultur260 €149 €301 €355 €412 €445 €
Gastronomie, Beherbergung206 €113 €246 €288 €333 €317 €
Information, Kommunikation142 €108 €147 €184 €192 €217 €
Innenausstattung, Haushaltsgeräte137 €77 €161 €194 €208 €240 €
Bekleidung, Schuhe111 €60 €114 €165 €205 €239 €
Andere Waren und Dienstleistungen110 €69 €122 €155 €165 €184 €
Gesundheit98 €61 €142 €98 €102 €110 €
Bildung26 €9 €16 €50 €81 €84 €
Versicherungs- und Finanzdienstleistungen6 €5 €7 €8 €7 €7 €

Quelle: Statistisches Bundesamt, EVS 2023, Stand 9. Dezember 2025. Die Summen weichen wegen Rundung um ein paar Euro ab. In der Pressemitteilung steht der Gesamtwert gerundet mit 3.030 €, in der Tabelle mit 3.032 €. Gemeint ist dasselbe.

Wohin das Geld fließt: die Anteile

Anteile zeigen, wie viel Luft nach den Pflichtposten bleibt.

HaushaltWohnenLebensmittelVerkehrWohnen + Lebensmittel
Alle Haushalte37,5 %14,4 %11,9 %51,9 %
1 Person42,6 %13,2 %10,2 %55,8 %
2 Personen36,7 %14,2 %12,0 %50,9 %
3 Personen35,2 %15,0 %13,2 %50,1 %
4 Personen34,4 %15,3 %13,2 %49,7 %
5 und mehr34,0 %16,6 %12,5 %50,6 %

Die einzelnen Anteile stammen von Destatis. Die letzte Spalte haben wir aus den Euro-Beträgen selbst errechnet.

Allein zu wohnen ist also der teuerste Spaß: 42,6 % gehen dafür drauf. Und wer ein paar Teller mehr auf dem Tisch hat, gibt anteilig mehr für Essen aus und weniger für die Wohnung.

Was kostet eine Person mehr?

Teilst du die Gesamtausgaben durch die Personenzahl, wird es pro Kopf deutlich günstiger. Das ist unsere eigene Rechnung aus den Destatis-Werten:

HaushaltGesamt pro MonatPro PersonMehr als der nächstkleinere Haushalt
1 Person1.918 €1.918 €–
2 Personen3.382 €1.691 €1.464 €
3 Personen4.081 €1.360 €699 €
4 Personen4.599 €1.150 €518 €

Bitte nicht als Preisschild lesen. Das sind verschiedene Haushalte, nicht derselbe Haushalt mit einem Kind mehr. Für Haushalte mit fünf und mehr Personen fehlt die genaue Kopfzahl, deshalb stehen sie hier nicht drin.

Wer denkt dran? Ab jetzt: alle.

Einkauf, Ausgaben und Aufgaben an einem Ort, für alle im Haushalt. Kostenlos, ohne Werbung.

Was das Einkommen ausmacht

Der Schnitt von 3.032 € verdeckt viel. Bei niedrigem Einkommen bleibt für alles außer Wohnen und Essen wenig übrig.

Haushaltsnetto pro MonatKonsumausgabenWohnenAnteil WohnenLebensmittelAnteil Lebensmittel
unter 1.000 €1.121 €527 €47,0 %205 €18,3 %
1.000 bis unter 1.300 €1.280 €588 €45,9 %226 €17,7 %
1.300 bis unter 1.500 €1.459 €649 €44,5 %245 €16,8 %
1.500 bis unter 2.000 €1.717 €736 €42,9 %280 €16,3 %
2.000 bis unter 2.600 €2.090 €867 €41,5 %327 €15,7 %
2.600 bis unter 3.600 €2.591 €1.038 €40,0 %391 €15,1 %
3.600 bis unter 5.000 €3.273 €1.245 €38,0 %479 €14,6 %
5.000 € und mehr4.760 €1.626 €34,2 %628 €13,2 %

Destatis fasst es so zusammen: Haushalte unter 1.300 € netto gaben 2023 im Schnitt 1.210 € im Monat aus, davon 64 % (780 €) für Lebensmittel und Wohnen. Ab 5.000 € netto waren es 47 %, also rund 2.250 € von 4.760 €. Wer wenig hat, zahlt anteilig am meisten fürs Nötigste.

Was in den Zahlen nicht drinsteckt

Hier stolpern die meisten beim Vergleichen. Konsumausgaben sind nicht alles, was vom Konto abgeht. Nicht dazu zählen laut Destatis:

  • sonstige Steuern und Versicherungen
  • Geld an andere Haushalte oder Organisationen
  • Tilgung und Zinsen für Kredite
  • Sparen und Vermögensaufbau, auch größere Investitionen von Eigentümern ins Haus

Noch ein Stolperstein: Wer im Eigentum oder mietfrei wohnt, bekommt in der Statistik eine fiktive Miete angerechnet, die sich an vergleichbaren Mietwohnungen orientiert. Die Ausgaben für den Erhalt der eigenen vier Wände werden davon abgezogen. Deine Kreditrate hat in dieser Zeile also nichts verloren.

Und die Zahlen sind von 2023. Die EVS läuft nur alle fünf Jahre, heutige Preise können also anders aussehen.

Neuer ist ein anderer Wert: Für 2024 nennt Destatis 3.257 € im Monat, davon 1.181 € fürs Wohnen und 457 € für Nahrungsmittel, Getränke und Tabak. Er stammt aus den Laufenden Wirtschaftsrechnungen (LWR). Das ist keine Fortschreibung der Tabelle oben und kein Anstieg um 225 € in einem Jahr. Die LWR sind eine eigene, kleinere Erhebung mit rund 12.000 statt rund 54.000 Haushalten, ohne Haushalte von Selbstständigen und mit nur einem Monat Aufschreiben. Für 2023 gibt es gar keinen LWR-Wert. Nimm die 3.032 € für den Vergleich nach Haushaltsgröße und Posten, die 3.257 € als jüngeren Anhaltspunkt.

Der Vergleich mit 2018 (damals 2.700 € im Monat) hinkt übrigens: Destatis hat die Erhebung für 2023 umgebaut und weist selbst auf eingeschränkte Vergleichbarkeit hin.

So vergleichst du deinen Haushalt

Du brauchst deine Kontoauszüge oder dein Haushaltsbuch und eine gute Stunde.

  1. Zeitraum wählen. Nimm drei Monate und bilde den Monatsschnitt. Jährliche Zahlungen teilst du durch zwölf, sonst sieht der Januar immer aus wie ein Unfall.
  2. Sortieren. Ordne alles den Posten aus der ersten Tabelle zu. Für den Anfang reichen die fünf größten.
  3. Aussortieren. Steuern, Versicherungen, Kreditraten und Sparraten bleiben draußen. Sonst vergleichst du Äpfel mit dem ganzen Obstkorb.
  4. Wohnen sauber rechnen. Wer mietet, nimmt Miete samt Betriebskosten, Energie und kleine Reparaturen. Wer im Eigentum wohnt, setzt statt der Kreditrate die Miete einer vergleichbaren Wohnung an.
  5. Differenz ansehen. Rechne für jeden Posten Euro und Anteil an deiner Summe aus. Wichtig sind die zwei, drei größten Abweichungen, nicht jeder Zehner.

Ein ausgedachtes Beispiel für einen Zweipersonenhaushalt:

PostenSchnitt 2 PersonenBeispielDifferenz
Wohnen, Energie, Instandhaltung1.240 €1.390 €+150 €
Nahrungsmittel, Getränke, Tabak480 €510 €+30 €
Verkehr405 €240 €−165 €
Gastronomie, Beherbergung246 €310 €+64 €
Information, Kommunikation147 €95 €−52 €

Heißt das, die beiden wohnen zu teuer? Vielleicht leben sie einfach in einer Großstadt. Die Tabelle stellt dir nur die Frage. Antworten musst du selbst.

Beim Verkehr lohnt ein zweiter Blick: Dort zählt laut Destatis auch der Fahrzeugkauf. Wer in dem Jahr kein Auto kauft, liegt schnell unter dem Schnitt, ohne besonders sparsam zu sein. Unter Information und Kommunikation laufen Mobilfunk, Internet und Streaming, aber auch neue Handys und Computer. Solche Einzelkäufe verzerren einen kurzen Zeitraum.

Was du mit dem Ergebnis machst

Liegst du bei einem Posten deutlich drüber, hast du drei Möglichkeiten: akzeptieren, weil es dir das wert ist, nachverhandeln oder ändern. Ideen dafür stehen in Haushaltskosten senken, den Rahmen für den Monat setzt du mit Budget planen für Familien.

Damit der Vergleich nicht einmalig bleibt, musst du Ausgaben mitschreiben. Wie das ohne Drama klappt, steht in Haushaltsbuch führen. Lieber auf Papier oder in einer Tabelle? Nimm die Haushaltsbuch-Vorlage. Lieber am Handy? In hauszettl trägst du Ausgaben mit Monatsbudget ein, ohne Bankzugang, und kannst sie als CSV exportieren. Dann hast du deine Zahlen für den Vergleich ohnehin schon sortiert.

So ist die Erhebung aufgebaut

An der EVS 2023 nahmen rund 54.000 private Haushalte teil. Sie ist die größte freiwillige Haushaltserhebung der amtlichen Statistik und findet alle fünf Jahre statt. Ausgaben für Lebensmittel umfassen Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren. Zum Wohnen gehören Miete samt Betriebskosten, Energie und kleinere Instandhaltungen.

Für Lebensmittel gibt es zwei Tabellen. Das Hauptprogramm nennt für alle Haushalte 436 € im Monat, die Feinaufzeichnung 430 €. Bei vier Personen ist der Abstand größer: 703 € gegen 636 €. Beide Werte stammen aus der EVS, aber aus verschiedenen Teilen. Wir nutzen oben das Hauptprogramm, weil es zur Gesamtsumme passt.

Quellen

Häufige Fragen

Was kostet ein Haushalt in Deutschland pro Monat?
Im Schnitt 3.032 € Konsumausgaben im Monat (2023, Statistisches Bundesamt). Einpersonenhaushalte lagen bei 1.918 €, Zweipersonenhaushalte bei 3.382 €, Dreipersonenhaushalte bei 4.081 €, Vierpersonenhaushalte bei 4.599 €.
Was ist der größte Posten bei den Lebenshaltungskosten?
Wohnen samt Energie und Instandhaltung: 1.137 € im Monat oder 37,5 % der Konsumausgaben (2023). Danach kommen Nahrungsmittel, Getränke und Tabak mit 436 € und Verkehr mit 361 €.
Sind Versicherungen und Kreditraten in den Zahlen enthalten?
Nein. Sonstige Steuern, Versicherungen, Tilgung und Zinsen von Krediten sowie Sparen zählen laut Destatis nicht zu den Konsumausgaben. Lass sie beim Vergleich mit deinem Haushalt also weg.
Wie aktuell sind die Zahlen?
Sie beziehen sich auf 2023 und wurden im Dezember 2025 veröffentlicht. Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe findet nur alle fünf Jahre statt. Für 2024 nennt Destatis aus den Laufenden Wirtschaftsrechnungen 3.257 € im Monat. Das ist eine kleinere Erhebung ohne Selbstständige und nicht direkt vergleichbar.
Wie vergleiche ich meinen Haushalt mit dem Durchschnitt?
Bilde aus drei Monaten einen Monatsschnitt, ordne die Ausgaben den Destatis-Posten zu und lass Steuern, Versicherungen, Kredite und Sparen weg. Dann vergleichst du die größten Abweichungen in Euro und Prozent.

Von Rene Graf

Macht hauszettl, die Haushalts-App für alle, die nicht mehr an alles allein denken wollen. Fehler entdeckt? Schreib uns.

Der Haushalt gehört allen. Nicht einem Kopf.

Einkauf, Budget und Aufgaben für alle im Haushalt. Kostenlos, ohne Werbung.

Laden im App Store
Oder im Browser starten →