Eine Mitbringliste funktioniert, wenn du sie vorher in Kategorien aufteilst und jede Kategorie nur so viele Plätze hat, wie du wirklich brauchst: zum Beispiel zwei Salate, ein Brot, zwei Nachtische. Die Gäste tragen sich dann mit Namen bei einem Platz ein, und alle sehen, was schon vergeben ist, deshalb gibt es keine fünf Nudelsalate.
Unten findest du eine Vorlage zum Abschreiben, Faustregeln für die Mengen, eine Frage nach Allergien, die niemanden nervt, und einen ehrlichen Vergleich der Wege: WhatsApp-Umfrage, Eintrage-Tools wie Doodle und eine geteilte Liste per Link.
Warum endet „Jeder bringt was mit“ so oft in fünf Nudelsalaten?
Weil jeder Gast für sich allein entscheidet. Nudelsalat ist schnell gemacht, transportiert sich gut und schmeckt fast allen. Also bringen ihn viele. Brot, Eis und Pappteller dagegen denkt kaum jemand mit, weil sie nicht nach „Ich hab mir Mühe gegeben“ aussehen.
Das Problem ist nicht der Nudelsalat. Das Problem ist, dass niemand sieht, was die anderen vorhaben. Eine gute Mitbringliste macht genau das sichtbar. Sie braucht drei Dinge:
- Feste Plätze statt offener Wünsche. Nicht „Wer bringt Salat?“, sondern „Salat 1“, „Salat 2“.
- Namen an jedem Platz. So weiß jeder, dass Salat 1 schon vergeben ist, und du weißt, wen du fragst, wenn etwas fehlt.
- Eine Stelle, an der alles steht. Nicht verteilt über drei Chatnachrichten und zwei Telefonate.
Was gehört auf eine Mitbringliste?
Diese Vorlage passt für eine Gartenparty oder ein Grillfest mit rund 20 Leuten. Für weniger Gäste streichst du Plätze, für mehr fügst du welche hinzu. Die Zahl der Plätze ist ein Vorschlag aus der Praxis, keine feste Regel.
| Kategorie | Plätze bei 20 Gästen | Beispiele | Wer? |
|---|---|---|---|
| Salate | 3 (1 grün, 1 mit Nudeln oder Kartoffeln, 1 frei) | Blattsalat, Kartoffelsalat, Couscous | |
| Hauptgericht oder Grillgut | Gastgeber oder 2 | Würstchen, Gemüsespieße, Halloumi | |
| Vegetarisch oder vegan | 1 bis 2 | Grillkäse, Tofu, gefüllte Paprika | |
| Brot und Beilagen | 2 | Baguette, Kräuterbutter, Dips | |
| Getränke | 2 bis 3 | Wasser, Saft, Bier, Limo | |
| Nachtisch | 2 | Kuchen, Obstsalat, Eis | |
| Geschirr und Besteck | 1 | Teller, Becher, Servietten, Müllbeutel | |
| Deko und Licht | 1 | Lichterkette, Kerzen, Tischdecken | |
| Eis und Kühlung | 1 | Eiswürfel, Kühltaschen, Kühlakkus |
Zwei Kategorien vergessen fast alle: Kühlung und Müll. Ein Sack Eiswürfel und ein paar Müllbeutel retten mehr Feste als ein dritter Kuchen.
Was übernimmst du als Gastgeber besser selbst?
Alles, ohne das das Fest nicht funktioniert. Also Grillkohle oder Gas, Grundgetränke wie Wasser, Salz, Pfeffer, Senf, Ketchup und das Hauptgericht, wenn es eins gibt. Gäste können absagen, im Stau stehen oder das Mitgebrachte im Kühlschrank vergessen. Was du selbst besorgst, schreibst du auf deinen eigenen Einkaufszettel, zum Beispiel auf den Zettel im Browser, der sich nach dem Weg durch den Markt sortiert.
Wie viel Essen braucht man pro Person?
Für ein Büfett kannst du laut Verbraucherzentrale NRW mit insgesamt etwa 800 Gramm Lebensmitteln pro Person rechnen (Stand Dezember 2025). Bei Fingerfood nennt sie je nach Größe 12 bis 15 Häppchen pro Person, für Suppe oder Eintopf als Hauptgericht 400 bis 500 Milliliter. Wenn es viele Gerichte gibt, reichen dort 75 Gramm Fleisch und 50 Gramm Fisch pro Person (Verbraucherzentrale NRW, 2025).
Für den Rest gibt es keine amtlichen Zahlen. Die folgenden Werte sind Faustregeln, mit denen viele Gastgeber gut fahren. Prüf sie an deinen Gästen: Eine Fußballmannschaft isst anders als ein Kindergeburtstag.
| Was | Faustregel pro Erwachsenem | Hinweis |
|---|---|---|
| Essen am Büfett insgesamt | etwa 800 g | laut Verbraucherzentrale NRW, 2025 |
| Fingerfood | 12 bis 15 Häppchen | laut Verbraucherzentrale NRW, 2025 |
| Grillgut, wenn es die Hauptsache ist | 2 bis 3 Stück | Faustregel, Kinder etwa die Hälfte |
| Salat | eine kleine Schüssel reicht für 6 bis 8 Leute | Faustregel, wenn es mehrere Salate gibt |
| Brot | ein Baguette für 4 bis 5 Leute | Faustregel |
| Getränke | etwa ein Getränk pro Stunde | Faustregel, bei Hitze deutlich mehr Wasser |
| Nachtisch | ein Stück oder eine kleine Portion | Faustregel |
Ein Trick gegen Reste: Je mehr verschiedene Gerichte es gibt, desto kleiner darf jedes einzelne sein. Niemand isst von fünf Salaten jeweils eine volle Portion. Was trotzdem übrig bleibt, nehmen Gäste gern mit, wenn du sie vorher bittest, eine Dose einzustecken. Mehr dazu, wie Essen gar nicht erst im Müll landet, steht im Ratgeber zu Lebensmittelverschwendung im Haushalt.
Wie fragst du Allergien und Vegetarier ab, ohne dass es kompliziert wird?
Frag einmal, gleich mit der Einladung, und zwar konkret. „Gibt es was, das du nicht isst oder nicht verträgst?“ bringt mehr Antworten als „Bitte Bescheid sagen bei Unverträglichkeiten“.
Eine gute Orientierung sind die 14 Hauptallergene, die Betriebe in der EU bei Lebensmitteln kennzeichnen müssen (Verbraucherzentrale NRW, Stand Juli 2026):
- Glutenhaltiges Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer)
- Krebstiere
- Eier
- Fisch
- Erdnüsse
- Soja
- Milch und Laktose
- Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse und andere Nüsse)
- Sellerie
- Senf
- Sesam
- Schwefeldioxid und Sulfite
- Lupinen
- Weichtiere (Muscheln, Tintenfisch)
Für deine Gartenparty musst du keine Schilder drucken. Ein kleiner Zettel neben der Schüssel hilft aber sehr: „Kartoffelsalat, vegetarisch, mit Ei und Senf“. Bitte die Gäste, das gleich mit auf die Mitbringliste zu schreiben. Wer eine schwere Allergie hat, fragt beim Büfett ohnehin nach. Mit dem Zettel muss er nicht jeden einzeln suchen.
Verkauft ihr beim Vereinsfest Essen, gelten unter Umständen andere Regeln. Frag dann am besten beim Lebensmittelüberwachungsamt deines Kreises nach, was für euch gilt.
Für Vegetarier und Veganer reicht oft ein Platz mehr auf der Liste und ein eigener Bereich auf dem Grill. Plan diesen Platz fest ein, statt zu hoffen, dass jemand von selbst daran denkt.
Was ist bei Salaten und Nachtisch im Sommer wichtig?
Mitgebrachtes Essen steht oft lange draußen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass sich Salmonellen oberhalb von 7 °C schnell massiv vermehren können. Salate, Grillsaucen und Desserts sollten deshalb erst kurz vor dem Essen aus dem Kühlschrank kommen. In der warmen Jahreszeit rät das BfR außerdem, bei selbst gemachter Mayonnaise und Desserts wie Tiramisu auf rohe Eier zu verzichten (BfR, Mitteilung vom 12. Juli 2024).
Für die Mitbringliste heißt das ganz praktisch:
- Einen Platz „Kühlung“ vergeben: Kühltaschen, Kühlakkus, Eiswürfel.
- Im Kühlschrank vorher Platz schaffen, damit Mitgebrachtes bis zum Essen hineinpasst.
- Dressing getrennt mitbringen lassen und erst am Büfett darübergeben.
- Lieber zwei kleine Schüsseln nacheinander rausstellen als eine große, die stundenlang in der Sonne steht.
Welcher Weg passt: WhatsApp, Doodle oder eine geteilte Liste?
Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Es kommt darauf an, wie viele Leute dabei sind und wie technisch sie unterwegs sind.
| Weg | Gut für | Schwierig, weil |
|---|---|---|
| Nachricht in der WhatsApp-Gruppe | 5 bis 10 Leute, die sich kennen | Die Liste rutscht nach oben weg, jeder kopiert sie neu, Änderungen gehen unter |
| WhatsApp-Umfrage | schnelle Fragen wie „Grillen oder Raclette?“ | Eine Option kann mehrfach gewählt werden, Mengen und Allergene passen nicht hinein |
| Eintrage-Tool wie Doodle | größere Gruppen, Vereinsfeste, feste Plätze | Gedacht für Termine, für Essen etwas umständlich; du brauchst als Organisator ein Konto |
| Geteilte Liste per Link | alle Größen, wenn Gäste selbst eintragen sollen | Jemand muss die Liste anlegen und pflegen |
| Zettel an der Kühlschranktür im Vereinsheim | Leute, die eh vor Ort sind | Wer nicht vorbeikommt, sieht nichts |
Wann reicht eine WhatsApp-Nachricht?
Bei kleinen Runden. Schreib die Liste mit den Plätzen als Nachricht und bitte alle, sie mit ihrem Namen zu kopieren und zurückzuschicken. Das klappt, solange höchstens zehn Leute antworten. Danach wird es unübersichtlich, weil jede Antwort eine neue Version der Liste ist.
Eine Umfrage in WhatsApp ist dafür eher nicht gemacht. Sie zählt Stimmen, aber sie verhindert nicht, dass drei Leute „Salat“ anklicken.
Wann lohnt sich ein Eintrage-Tool?
Bei Vereinsfesten, Schulfesten oder allem mit mehr als 30 Leuten. Doodle bietet dafür zum Beispiel sogenannte Sign-up Sheets an: Du legst Plätze an, Gäste tragen sich über einen Link ein (Doodle Hilfe, 2026). Das Format ist allerdings auf Zeitfenster ausgelegt. Für „Salat 1, Salat 2“ musst du ein bisschen tricksen.
Wann ist eine geteilte Liste per Link am einfachsten?
Wenn du willst, dass Gäste selbst eintragen, was sie mitbringen, und alle das sofort sehen. Wichtig ist, dass niemand dafür eine App installieren oder ein Konto anlegen muss. Sonst tragen sich am Ende nur die drei ein, die sowieso alles organisieren.
So legst du die Mitbringliste mit hauszettl an
hauszettl ist eine kostenlose Haushalts-App, und seit Version 2.4 gibt es dort Extra-Listen neben der Einkaufsliste. So nutzt du eine davon als Mitbringliste:
- In der App eine Extra-Liste anlegen, zum Beispiel „Grillfest“ oder „Silvester“.
- Die offenen Plätze eintragen: „Salat 1 – wer?“, „Brot – wer?“, „Eiswürfel – wer?“.
- Die Liste per Link teilen, zum Beispiel in der WhatsApp-Gruppe.
- Gäste öffnen den Link im Browser, geben nur ihren Vornamen ein und tragen ein, was sie mitbringen. Daneben steht dann zum Beispiel „von Uschi“.
- Wer einen offenen Platz übernimmt, hakt ihn ab. Dann steht „✓ Uschi“ daneben, und alle sehen: vergeben.
Gäste brauchen keine App und kein Konto. Sie sehen nur diese eine Liste, nie deinen Haushalt, deine Einkaufsliste oder deine Ausgaben. Unter „Dabei“ siehst du, wer mitmacht, und kannst nach dem Fest das Teilen beenden. Tust du nichts, endet es nach sechs Monaten ohne Änderung von selbst.
Ehrlich gesagt: Es gibt keine Funktion zum Reservieren. Wenn zwei Leute denselben Platz gleichzeitig abhaken, musst du kurz nachfragen. In der Praxis passiert das selten, weil jeder sieht, was schon abgehakt ist.
Für den normalen Wocheneinkauf daheim gibt es in derselben App die gemeinsame Einkaufsliste.
Checkliste: Mitbringliste in fünf Schritten
- Anzahl der Gäste grob festlegen, Kinder extra zählen
- Kategorien und Plätze festlegen, Kühlung und Müll nicht vergessen
- Selbst übernehmen, was auf keinen Fall fehlen darf
- Mit der Einladung nach Allergien und Vegetariern fragen
- Liste teilen und Gäste bitten, sich mit Namen einzutragen
- Zwei Tage vorher prüfen, welche Plätze noch offen sind, und gezielt fragen
- Dosen für Reste bereitstellen oder Gäste bitten, eine mitzubringen
Die vorletzte Zeile ist die wichtigste. Offene Plätze füllen sich selten von allein. Eine kurze persönliche Nachricht („Magst du das Brot übernehmen?“) wirkt besser als die dritte Erinnerung an alle.
Quellen
- Weihnachtsessen: Reste vermeiden und sinnvoll verwerten, Verbraucherzentrale NRW, Stand 22. Dezember 2025
- Kennzeichnung von Allergenen und Zusatzstoffen, Verbraucherzentrale NRW, Stand 30. Juli 2026
- Gesünder Grillen: So lassen sich Lebensmittelinfektionen und die Bildung gesundheitlich bedenklicher Stoffe vermeiden, Bundesinstitut für Risikobewertung, Mitteilung vom 12. Juli 2024
- Sign-up Sheet FAQ, Doodle Hilfe, 24. März 2026